Granitstein steht im Karree
Gedenken an französische Soldaten,
die im heutigen Goethepark begraben wurden
Zeitz/MZ. Am Montag wurde
im Zeitzer Goethepark auf Initiative von Norbert
Hörig ein
Gedenkstein für die im Jahr 1813 auf dem damaligen Johannisfriedhof
bestatteten französischen Soldaten aufgestellt. Nach wochenlangen
Debatten und Verzögerungen dauerte das Errichten der Gedenkstätte
im "Preußischen Karree" anderthalb Stunden.

Norbert Hörig, Ralf Kregel, Jörg König und Peter Moser (von
links) am Montagabend beim Aufstellen des Gedenksteines
für
die französischen
Soldaten, die 1813 auf dem Oberen Johannisacker in Zeitz,
dem heutigen Goethepark, begraben wurden.
(MZ-Foto: Helga Freund)
Am späten Montagnachmittag fuhren Jörg
König und Ralf
Kregel von BERGE-BAU mit dem Transporter am Zeitzer
Goethepark vor und hievten den Granitblock vom Hänger. Nicht
irgendeinen Stein, sondern den Gedenkstein für die im Jahr
1813 an eben diesem Ort, dem damaligen Oberen Johannisfriedhof,
begrabenen Soldaten der französischen Armee. Norbert Hörig
hatte als Vertreter der Fraktion Wir/Unabhängige bereits
im Juni dieses Jahres eine Vorlage eingereicht, in der mehrere
Vorschläge zusammengefasst waren, um die Stadt Zeitz und
ihre Rolle in der Zeit Napoleons touristisch zu nutzen und
im Rahmen des deutsch-französischen Jahres unter dem Motto
"Rendezvous mit Frankreich" weiterzuentwickeln. Einer dieser
Vorschläge war, den Gedenkstein im Goethepark aufzustellen.

Die Vorstellungen fanden nur bedingt Zustimmung.
Vor allem sollte jeder Vorschlag in einer einzelnen Vorlage
eingereicht werden, dann sollte es erst eine Reihe von Kostenvoranschlägen
und Prüfungen durch die Verwaltung geben und im Rahmen des
Stadtentwicklungskonzeptes erarbeitet werden, "welche historischen
Gebäude oder Persönlichkeiten u. a. Prämissen" es
in Zeitz gibt, welche Ehrung erfolgen solle. Neu beraten
wollte man im Dezember. "Da ist das deutsch-französische
Jahr aber schon zu Ende", befand Hörig. Und handelte.
"Da ist das deutsch-französische
Jahr aber schon zu Ende."
Norbert Hörig, Stadtrat
Er organisierte zusammen mit dem Verein
historisches Zeitzer Kochbuch und der Firma
BERGE-BAU den
Transport des Steines in den Goethepark, nachdem er das Okay
zur Aufstellung vom Oberbürgermeister erhalten hatte. Das
Karree, das an die Formation der preußischen Truppen erinnern
soll, hat auch seine tiefere Bedeutung: Die Steine waren
früher die Stufen zum "Preußischen Hof" in Zeitz. Eingeweiht
werden soll die Gedenkstätte am Volkstrauertag. Nicht als
Ehrung für Napoleon und seine Bestrebungen nach Alleinherrschaft
auf dem europäischen Kontinent, sondern im Gedenken an die
und als Ehrung der Opfer dieser Kriege und als Einbindung
in die Tourismus-Schiene in einem guten Miteinander von Frankreich
und Deutschland und im vernünftigen Umgang mit der Geschichte.
Kontakt mit der französischen Botschaft
und dem Büro des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt hat
Hörig schon aufgenommen.
Von unserer Redakteurin Angelika
Andräs

Internet: www.mz-web.de
BERGE-BAU "Wir versetzen Berge!"
